Ein Fluch gehört zur bannenden Magie. Er richtet den Willen einer Hexe gezielt gegen eine bestimmte Person oder Situation. Das Ritual soll Unglück, Einschränkungen oder belastende Entwicklungen hervorrufen. Viele Hexentraditionen unterscheiden zwischen einfachen Verwünschungen, zeitlich begrenzten Hexenflüchen und langfristigen Schadenszaubern. Während eine leichte Verwünschung vorübergehende Schwierigkeiten hervorrufen soll, zielt ein Fluch auf eine deutlich stärkere und länger anhaltende Wirkung.
Die magische Verbindung zum Ziel

Jeder Fluch beginnt mit einer eindeutigen Verbindung zur Zielperson. In der traditionellen Hexerei dient dazu ein persönlicher Gegenstand der Zielperson oder ein Körperteil. Es handelt sich immer um einen persönlichen Gegenstand oder um etwas, das unmittelbar mit der Person verbunden ist. Haare, Fingernägel, Kleidungsstücke, Fotografien oder handschriftliche Notizen gelten als klassische Verbindungen. Durch diese magische Verknüpfung richtet sich das Ritual eindeutig auf das gewünschte Ziel.
Fluchgläser in der Hexerei

Das Fluchglas zählt zu den bekanntesten Werkzeugen der bannenden Magie. Hexen füllen ein fest verschließbares Glas mit Pflanzen, scharfen Gegenständen und weiteren Zutaten, die nach traditioneller Vorstellung Streit, Unruhe, Schmerzen oder Blockaden symbolisieren. Häufig legen sie zusätzlich einen Namenszettel oder einen persönlichen Gegenstand der Zielperson in das Glas. Anschließend verschließen sie das Gefäß dauerhaft und bewahren es an einem verborgenen Ort auf oder vergraben es im Boden.
Sympathiemagie mit Figuren

Die Sympathiemagie arbeitet mit symbolischen Stellvertretern. Dafür fertigt die Hexe eine Figur aus Wachs, Stoff, Holz oder Ton an. Diese Figur steht vollständig für die Zielperson. Jeder magische Schritt an der Figur überträgt sich nach traditioneller Auffassung unmittelbar auf das eigentliche Ziel. Deshalb zählt diese Form der Magie seit Jahrhunderten zu den bekanntesten Methoden der europäischen Hexerei.
Der böse Blick

Der böse Blick gehört zu den ältesten Formen der Schadensmagie. Nach alter Überlieferung bündelt die Hexe ihren gesamten Willen in einem langen, unbeirrbaren Blick. Zorn, Neid oder tiefe Ablehnung bilden dabei die Grundlage des Rituals. Zahlreiche Kulturen kennen Schutzmaßnahmen gegen den bösen Blick, weil sie seine Wirkung als besonders stark ansehen.
Flüche in verschiedenen Hexentraditionen
Nicht jede Form der Hexerei bewertet Flüche gleich. Einige Traditionen lehnen schadensmagische Rituale vollständig ab und konzentrieren sich ausschließlich auf Heilung, Schutz und Reinigung. Andere Richtungen betrachten Flüche als legitimes Werkzeug, wenn sie Vergeltung üben, Gerechtigkeit herstellen oder einen gefährlichen Menschen dauerhaft aufhalten sollen. Deshalb unterscheiden sich die Vorstellungen über den Einsatz bannender Magie deutlich zwischen den einzelnen Traditionen.
Schwarzmagisches Fluchritual, um einen bösen Menschen zu bestrafen

Schreibe für das folgende schwarzmagische Ritual den vollständigen Namen der Zielperson auf ein kleines Stück Papier. Bestreiche anschließend jede der vier Ecken des Namenszettels mit einem Tropfen Fluchöl und gib einen weiteren Tropfen genau in die Mitte. Dadurch soll die gesamte Fläche des Papiers symbolisch mit der Kraft des Fluches durchdrungen werden.
Schneide nun das Ende einer frischen Chilischote ab und falte den Namenszettel so klein, dass er vollständig in die Schote passt. Schiebe das Papier in das Innere der Chilischote und verschließe sie wieder. Die Schärfe der Chilischote gilt dabei als Sinnbild für Schmerz, Streit und Unruhe, die auf die Zielperson übergehen sollen.
Stecke danach neun Stecknadeln durch die Chilischote. Verteile die Nadeln möglichst gleichmäßig über die gesamte Schote. Die Zahl Neun besitzt eine besondere Bedeutung und soll die Wirkung des Rituals verstärken. Jede eingestochene Nadel steht sinnbildlich für die Bindung des Fluches an die Zielperson. Sprich dazu folgenden Zauberspruch:
Flamme klein, doch stark die Macht,
wirke still in dunkler Nacht.
Was gesandt, kehrt nicht zurück,
trage fort des Feindes Glück.
Soll sich die betreffende Person dauerhaft aus deinem Leben entfernen, wirf die vorbereitete Chilischote anschließend so weit wie möglich von deinem Haus weg. Mit dem Wegwerfen soll sich auch die Verbindung zwischen dir und der Zielperson lösen, sodass sie sich von dir entfernt und keinen Einfluss mehr auf dein Leben ausübt.
Rezept für schwarzmagisches Fluchöl

Für ein Fluchöl nennen alte Hexenbücher dunkle Pflanzen und Hölzer, die mit Bann, Abwehr, Friedhof und Unglück verbunden sind. Dazu zählen Schwarzdorn, Eibe, Wacholder, Beifuß, Eisenkraut, Holunder, Eichenrinde und Erlenholz. Die Hexe legt diese Zeichenpflanzen in eine schwarze Phiole, übergießt sie mit Öl und bewahrt die Mischung verborgen an einem dunklen Ort auf.
Das Öl dient im Volksglauben als Träger des bösen Willens. Man bestreicht damit Namen, Kerzen, Schwellen oder kleine Figuren, um die Absicht des Fluches daran zu binden. Besonders Schwarzdorn stehen für Stich und Strafe, Eibe für Tod und Grenze, Wacholder für Austreibung, Beifuß für Zauberkraft und Holunder für die Schwelle zwischen Haus, Geist und Anderswelt.
Zauberspruch zur Weihung des Fluchöls:
Schwarzer Dorn und Eibenreis,
bindet Zorn in dunklem Kreis.
Was im Schatten Namen trägt,
wird vom alten Bann bewegt.
Reinigung nach einem Fluch
In der Hexerei schließen Hexen ein Fluchritual mit einer gründlichen Reinigung ab. Sie entfernen dadurch nach ihrer Überzeugung die während der Arbeit entstandenen belastenden Energien aus ihrem Ritualraum und stärken anschließend ihren persönlichen Schutz. Reinigungsrituale bilden deshalbden festen Abschluss schadensmagischer Arbeiten.
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