Nach dem „dreifachen Gesetz“, auch „Dreierregel“ genannt, kehren alle Handlungen gemäß dem Wicca-Glauben – ob gut oder schlecht – dreifach zu dem zurück, der sie ausführt. Während Befürworter dieses Prinzips darin eine Art kosmisches Gleichgewicht oder karmisches Echo sehen, stellt sich bei genauer Betrachtung heraus, dass diese Regel weder rational begründbar noch ursprünglich wiccanisch ist. Vielmehr basiert sie auf modernen Mythen, Fehlinterpretationen und einer idealisierten Sicht auf Moral.
Im Folgenden wird die Dreifach-Rückkehrregel erklärt und kritisch untersucht – historisch, logisch, psychologisch und ethisch. Das Ziel ist nicht, spirituelle Wege zu verunglimpfen, sondern zu zeigen, dass dieses „Gesetz“ weder einer objektiven Prüfung noch einer religionshistorischen Analyse standhält.
Was die Dreifach-Rückkehrregel eigentlich besagt

Die Grundidee
Die sogenannte Drei-fach-Regel – oft auch „Threefold Law“ oder „Law of Three“ genannt – behauptet, dass jede Handlung energetisch dreifach auf den Handelnden zurückfällt („Alles, was von dir ausgeht, fällt dreifach auf dich zurück“). Wenn man etwas Positives aussendet, erhält man dreimal so viel Gutes zurück. Wenn man Schaden verursacht, wird man dreifach bestraft.
Sie dient in der modernen Wicca-Szene häufig als moralische Leitlinie und wird ergänzt durch den bekannten Satz:
„An it harm none, do what ye will.“
Solange du niemandem schadest, kannst du tun, was du willst – sonst trifft dich die dreifache Konsequenz.
Eine hochgradig vereinfachte Moralformel
Die Regel wirkt wie eine spirituelle Formel, die moralisches Verhalten erzwingen soll. Sie schafft ein einfaches Belohnungs-Bestrafungs-System und erinnert damit stark an religiöse Vorstellungen von göttlicher Vergeltung, nur unter einem esoterischen Deckmantel.
Doch genau diese Vereinfachung ist ein Kernproblem, denn komplexe soziale und ethische Zusammenhänge lassen sich nicht mit einer mathematischen Dreifachregel abbilden.
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Historische Analyse: Ein moderner Mythos statt uralter Tradition

Wicca ist jung – und die Dreifachregel noch jünger
Oft wird behauptet, die Dreifach-Rückkehrregel sei ein uraltes Hexengesetz. Tatsächlich ist die Wicca-Religion jedoch erst in den 1950ern von Gerald Gardner in England begründet worden. Und selbst innerhalb dieser jungen Religion tauchte die Dreifachregel erst später und eher am Rande auf.
Gardners Interpretation vs. moderne Esoterik
Gardner erwähnte in einigen seiner Texte, dass magische Energie zum Ausführenden zurückkehren könne, jedoch nicht im Sinne eines unverrückbaren kosmischen Gesetzes. Die Vorstellung eines dreifachen Effekts stammt eher aus literarischen Darstellungen und vereinfachten Neubewertungen aus den 1970er- und 1980er-Jahren, insbesondere durch Autoren wie Raymond Buckland oder Silver RavenWolf, die Wicca in den USA popularisierten.
Keine historische Grundlage in alten Hexentraditionen
Weder in europäischen Hexenvorstellungen, noch in schamanischen Traditionen, noch in hermetischen oder okkulten Quellen existiert eine „dreifache Rückkehrregel“. Sie ist also keine uralte Weisheit, sondern ein modernes moralpädagogisches Konstrukt – und zwar eines, das erst in einer esoterischen Popkultur entstand, nicht in tief verwurzelten spirituellen Systemen.
Logische Analyse: Warum die Dreifachregel nicht funktioniert

1. Unschlüssige energetische Mathematik
Warum ausgerechnet drei? Warum nicht doppelt, zehnfach oder in völlig unberechenbarer Form? Es gibt keinerlei logisch oder naturgesetzlich fundierte Grundlage für eine dreifache Rückwirkung. Magie – sofern man sie als symbolisch-psychologische Praxis betrachtet – funktioniert nicht wie ein mathematisches Rückprallsystem.
2. Keine empirische Bestätigung
Menschen tun Gutes und Schlechtes – in allen Religionen, Kulturen und Epochen. Doch es gibt keinen Hinweis darauf, dass die Folgen dreifach zurückkehren. Reiche Menschen, die skrupellos handeln, werden nicht dreifach bestraft. Großzügige Menschen erhalten nicht automatisch dreifache Belohnung. Die Welt funktioniert nach komplexen sozialen, ökonomischen und psychologischen Mustern – nicht nach esoterischer Multiplikation.
3. Überschneidung mit Karma – aber völlig inkonsequent
Die Dreifachregel wird häufig mit Karma verglichen, ist aber eigentlich viel plumper. Karma versteht sich als langfristige energetische Bilanz, nicht als sofortige Dreifachstrafe. Die Drei-fach-Regel reduziert spirituelle Ethik auf eine moralische Drohgebärde.
4. Ein Widerspruch zur menschlichen Entscheidungsfreiheit
Eine Moral, die auf Angst basiert – nämlich der Angst, dreifach bestraft zu werden – ist keine echte Moral. Sie entzieht dem Menschen nicht nur die Freiheit zu reflektierten Entscheidungen, sondern macht jede Handlung zu einem rein utilitaristischen Glücksspiel: „Ich mache nichts Schlechtes, sonst passiert mir etwas Dreifaches.“ Das ist eher religiöse Zwangserziehung als spirituelle Reife.
Psychologische Analyse: Warum Menschen an die Dreifachregel glauben

1. Der Wunsch nach kosmischer Gerechtigkeit
Viele Menschen wünschen sich, dass die Welt gerecht ist. Die Drei-fach-Regel liefert eine simple Erklärung, warum man moralisch handeln sollte. Sie vermittelt Sicherheit und eine Art „unsichtbaren Schutzengel“, der Fehlverhalten anderer bestraft.
2. Angst als Erziehungsmethode
Die Dreifachregel wirkt wie eine spirituelle Version der elterlichen Warnung: „Wenn du das machst, passiert dir etwas ganz Schlimmes zurück.“ Sie straft nicht nur abweichendes Verhalten, sondern schafft auch ein System der Selbstkontrolle.
3. Bestätigung durch selektive Wahrnehmung
Wenn einem etwas Schlechtes widerfährt, denkt man eher darüber nach, was man selbst falsch gemacht hat. Dadurch entsteht der Eindruck, man hätte die Strafe selbst verursacht – obwohl Zufälle, Komplexität oder äußere Faktoren viel wahrscheinlicher sind.
4. Gruppendruck und spirituelle Identität
Viele, die in moderne Wicca-Gemeinschaften eintreten, übernehmen die Dreifachregel einfach, weil sie zum „guten Ton“ gehört. Sie dient als Abgrenzungsmerkmal und moralisches Zeichen der Zugehörigkeit.
Ethik und Verantwortung: Warum die Dreifachregel sogar schädlich sein kann

1. Sie verhindert persönliche Verantwortung
Wenn man glaubt, dass das Universum alles dreifach regelt, dann delegiert man Verantwortung nach außen. Statt aktiv Grenzen zu setzen oder sich gegen Ungerechtigkeit zu wehren, überlässt man das Handeln einer imaginären kosmischen Instanz.
2. Sie fördert Passivität statt Selbstbestimmung
„Ich brauche nichts zu tun – das Universum wird sich rächen.“ Diese Haltung kann Menschen daran hindern, sich selbst zu schützen, Missstände anzusprechen oder aktiv gegen Probleme vorzugehen.
3. Sie führt zu Selbstvorwürfen
Wenn man an die Dreifachregel glaubt und einem etwas Schlechtes passiert, stellt man sich zwangsläufig die Frage: „Was habe ich getan, dass ich das verdient habe – und dreifach?“ Das ist psychologisch toxisch und kann zu Schuldgefühlen führen, die völlig unbegründet sind.
Philosophische Sicht: Eine naiv-triviale Kosmologie
1. Moral ist komplex – die Dreifachregel ist simpel
Ein Leitsatz, der behauptet, die kosmische Moral funktioniere wie ein Spiegel plus Verstärker, verkennt die Vielschichtigkeit menschlicher Ethik. Gute Menschen erleiden oft Leid; böse Menschen erlangen Macht und Reichtum. Ein dreifaches Rückprallsystem erklärt diese Realität nicht.
2. Kein universelles metaphysisches Prinzip folgt einer Multiplikationsregel
Weder in Philosophie noch in Theologie noch in Naturwissenschaft findet man ein Prinzip, das moralische Handlungen in einer fixen Multiplikation zurückwirft. Selbst wenn man an spirituelle Energien glaubt, wäre die Vorstellung einer solchen einfachen Formel völlig unplausibel.
3. Spirituelle Entwicklung basiert nicht auf Belohnungssystemen
Wahre spirituelle Reife entsteht durch Bewusstsein, Reflexion, Verantwortung und Mitgefühl – nicht durch Angst vor dreifachem Feedback.
Fazit: Warum die Dreifach-Rückkehrregel „vollkommener Blödsinn“ ist
Zieht man alle Aspekte zusammen – historische, logische, psychologische und ethische – wird klar, warum die Dreifach-Rückkehrregel kaum ernst genommen werden kann:
- Sie ist keine uralte Weisheit, sondern ein modernes Esoterikprodukt.
- Sie beruht auf keiner empirischen Grundlage.
- Sie ist logisch inkonsistent und naiv.
- Sie erzeugt Angst statt echte Moral.
- Sie verleitet Menschen zur Passivität und Selbstschuld.
- Sie kann zur Kontrolle in spirituellen Gruppen missbraucht werden.
Kurz gesagt: Die Dreifach-Rückkehrregel ist ein spiritueller Mythos, der mehr schadet als nützt. Wer sich spirituell entwickeln möchte, braucht keine kosmische Drohgebärde, sondern kritisches Denken, persönliche Verantwortung und echte moralische Integrität. Spirituelle Freiheit bedeutet, Entscheidungen aus Bewusstsein zu treffen – nicht aus Angst vor imaginären Strafen. Auf Satanshimmel findest du alles, um dein okkultes Wissen zu vergrößern – von Geisterbeschwörung bis Hexenmagie. Mehr dazu in den Satanshimmel- Magiebüchern!






